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Informationen zur Integrativen Schulung (IS)

Die Primarschule Oberkulm ist auf dem Weg zu einer Integrativen Schule.

Die Schulpflege fällte 2008 den strategischen Entscheid zur Einführung von IS auf das Schuljahr 2010/11. Seit rund zwei Jahr bereiten sich die Lehrpersonen der Primarschule in Weiterbildungen auf diese einschneidende Schulentwicklung vor.

Welche Gründe sprechen für die Einführung von IS?

Die über 30jährige internationale Forschung auf diesem Gebiet belegt deutlich die positiven Auswirkungen der Integrativen Schulung.

Kinder mit Lernschwierigkeiten machen eindeutig grössere Fortschritte, wenn sie in der Regelklasse (d.h. „Normalklasse“) mit anderen Kindern zusammen lernen und von stärkeren Mitschülern profitieren können. Dazu braucht es jedoch neue Lernmethoden und Unterrichtsformen, die das gemeinsame Lernen und Arbeiten in Partnerschaften und Gruppen fördern.

Ein integrativer Unterricht bietet den Schülerinnen und Schülern verschiedene Lernsituationen, Aufgabenstellungen und Übungsmöglichkeiten an, welche auf die unterschiedlichen Fähigkeiten und Probleme jedes einzelnen Kindes so gut wie möglich  Rücksicht nehmen. Ziel ist also, dass alle Schülerinnen und Schüler ihr Leistungspotential besser ausschöpfen können.

Wenn Schüler in unterschiedlich zusammengesetzten Gruppen miteinander lernen und arbeiten, entwickeln sie zudem höhere soziale Kompetenzen. Schüler helfen und unterstützen einander gegenseitig und sie lernen, einander Sachverhalte einfach und altersgerecht zu erklären.

Leistungsschwächere Kinder finden innerhalb eines Gruppenprojekts nicht selten Gelegenheit, anderen Kindern ihre verborgenen Fähigkeiten und Stärken zu zeigen.

Welches sind die Auswirkungen der Integrativen Schulung?

Diese tief greifende Schul- und Unterrichtsentwicklung hat auch strukturelle Folgen:

Die Kleinklasse wird abgeschafft. Ab Schuljahr 2010/11 werden die Kleinklassenschüler auf die Regelklassen aufgeteilt, d.h. in vier Klassen wird je ein Kind aus der Kleinklasse integriert.

Im Gegenzug wird eine Schulische Heilpädagogin (Frau Maya Wintsch) ihre Arbeit an unserer Schule aufnehmen. Dies ist eine Fachperson, die für die Schulung von Kindern mit besonderen Bedürfnissen ausgebildet ist. Sie kommt in einzelnen Stunden in die betreffenden Klassen, arbeitet dort gezielt mit den Kindern, welche Lernschwierigkeiten haben, und unterstützt sie konkret im Unterrichtsalltag.

Die Klassenlehrperson und die Heilpädagogin sprechen sich ab, wie Kinder mit Lernschwierigkeiten den aktuellen Stoff erarbeiten können, wo es besondere Regelungen braucht und auf welche Weise die Kinder in ihren Schwächen und Stärken gefördert werden können.

Die intensive Zusammenarbeit zwischen Klassenlehrperson und Heilpädagogin ist ein zentraler Punkt von IS und benötigt, vor allem zu Beginn, viel Zeit für Absprachen und Auswertung. 

Die Primarschule Oberkulm ist nicht alleine auf dem Weg zur Integration. Aktuell haben bereits 158 Schulen im Kanton auf IS umgestellt. Auf das Schuljahr 2010/11 hin werden weitere 50 Schulen, darunter die Primarschule Oberkulm, dazukommen, was eine beinahe flächendeckende Verbreitung von IS bedeutet.

Die stetig abnehmende Schülerzahl in den nächsten fünf Jahren bestätigt übrigens diese Umstellung auf Integration. Es wird in Oberkulm in Zukunft schülerzahlenmässig nicht mehr möglich sein, eine Kleinklasse zu führen.

(Auszug aus dem Artikel der Schulleitung im Tintenklecks Nr. 24)



                 

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